Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

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Gelsenkirchen, 01.03.2017

Positive Entwicklungen bei Fahrten und Einnahmen

Marktgerecht, innovativ und möglichst einfach – Tarifentwicklung im VRR

Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) blickt man für das Jahr 2016 auf eine positive Bilanz. So konnte im vergangenen Jahr die Anzahl der zurückgelegten Fahrten im Verbundraum auf 1,149 Milliarden gesteigert werden. Dies sind 0,7 Prozent mehr als noch 2015. Die Ticketeinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf insgesamt 1,238 Milliarden Euro, das sind 43,8 Millionen Euro mehr als noch 2015. „Mit dieser Einnahmen-Fahrten-Bilanz sind wir sehr zufrieden und liegen im deutschlandweiten Trend. Der Einnahmeanteil bei den Stammkunden liegt mit 939,3 Millionen Euro bei 76 Prozent. „Das bedeutet, dass bei den Dauerkunden – als die wichtigste Ertragssäule – eine erneute Steigerung um vier Prozent erreicht werden konnte“, erklärt VRR-Vorstand José Luis Castrillo.

Maßgebliches Ziel bei der Tarifentwicklung im VRR ist es immer, Leistung und Preis in Einklang zu bringen, um Stammkunden zu halten und Neukunden zu gewinnen. Für eine erfolgreiche Bilanz besteht die Herausforderung seitens des VRR darin, einen marktgerechten Nahverkehrstarif zu gestalten, der sowohl den Wünschen der Kunden nach attraktiven Produkten und Leistungen entspricht als auch den finanzwirtschaftlichen Anforderungen genügt. Entsprechend entwickelt der VRR die seit Jahren bestehenden Tarife strukturell weiter, kreiert differenzierte Angebote für unterschiedliche Kundengruppen und passt die Vertriebswege den digitalen Entwicklungen an. „Bei der digitalen Transformation ist der eTarif dabei die Innovation mit dem größten Potenzial“, so José Luis Castrillo, VRR-Vorstand. „Er hat die Fähigkeit, die Nutzung von Bus und Bahn nachhaltig zu vereinfachen und daher werden wir hier einen Schwerpunkt setzen“, so Castrillo weiter. 

Rückblick Tarif 2016

Seit dem 1. Juni 2016 gibt es neue, harmonisierte Regelungen für Kurzstreckenfahrten im Verbundgebiet, die im Regelfall drei Haltestellen umfasst und das Kurzstrecken 10erTicket wurde eingeführt. Die Kurzstrecke wird in der Elektronischen Fahrplanauskunft angezeigt und kann aktuell über den mobilenTicketShop und künftig über die VRR-Verbund-App gekauft werden.

Gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen entwickelt der VRR innovative Tarifprodukte. Ein gelungenes Beispiel ist das HappyHourTicket, das nach einer Pilotphase ab 2017 in den VRR-Regeltarif im gesamten Verbundraum übernommen wurde. Für 2,99 Euro können Kunden die Nacht zum Tage machen: Das Ticket gilt von 18 Uhr bis um 6 Uhr morgens für beliebig viele Fahrten in der Preisstufe A. Ebenfalls in den Regeltarif übernommen wurde das 30-TageTicket. Mit diesem können Vielfahrer den Starttermin ihrer Monatskarte individuell festlegen.

Mit dem EinfachWeiterTicket ist eine maßgebliche verbundübergreifende Neuerung zur weiteren Vereinfachung in der Tariflandschaft gelungen. Dieses Ticket erleichtert seit Januar 2017 den tariflichen Übergang zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und dem Aachener Verkehrsverbund (AVV). Es kostet 6,40 Euro für die Einzelfahrt in der 2. Klasse bzw. 9,60 Euro in der 1.Klasse, Kinder zahlen stets die Hälfte. „ Hier ist ein wichtiger Schritt für verbundübergreifende Tariflösungen gemacht worden, denn der Gültigkeitsbereich des eigenen Abo- oder  Monatstickets kann mit diesem pauschalen Anschlussticket bis zu allen Haltestellen der benachbarten Verbünde einfach ausgedehnt werden“, erklärt José Luis Castrillo.

Ausblick Tarifentwicklungen 2017/2018

Zielsetzung ist es, auch in Zukunft weitere Vereinfachungen innerhalb der Tarifstruktur umzusetzen, so zum Beispiel beim Auszubildenden-Ticket. Mit dem Schulabschluss endet auch die Berechtigung zum Erwerb des verbundweit gültigen SchokoTickets. Das Angebot für Auszubildende, das YoungTicket und die Abovariante YoungTicketPLUS wird hingegen in den Preisstufen A bis D angeboten. Somit muss sich ein Auszubildender räumlich orientieren und Tarifgrenzen erlernen, die er vorher nicht gewohnt war. Der VRR hat daher für Auszubildende ein Konzept für ein dem SchokoTicket ähnliches Ticket erdacht, dessen Akzeptanz mit einer Marktbefragung überprüft wird. Eine politische Entscheidung zur Produkteinführung zum 01.08.2017 ist im Frühjahr dieses Jahres geplant. Da der Freizeitbereich immer weiter an Bedeutung gewinnt, ist es sinnvoll für die Fahrgäste auch hier einfache und attraktive Angebote zu schaffen.  „Wir arbeiten aktuell an flexiblen TagesTickets, die nach der Entwertung zum Beispiel 24 oder 48 Stunden gültig sind und streben eine zeitnahe Umsetzung und Einführung dieser auch für Touristen attraktiven Tarifprodukte an“, so Castrillo.

„Gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen arbeiten wir nach der erfolgreichen Zusammenlegung der Tarifgebiete D und E an einem weiteren Schritt zur Reduzierung von Geltungsbereichen. Ziel ist es, im Rahmen einer Preisstufenreform nur noch wenige festgelegte großräumige Regionen für den Geltungsbereich der Preisstufe C anzubieten. Vorsatz ist es, aus den derzeitigen rund 130 Geltungsbereichen maximal 30 Gebiete zu machen und somit einen weiteren bedeutsamen Schritt zu einer Tarifvereinfachung umzusetzen“, Castrillo weiter. „Ebenso setzten wir im Dialog mit den anderen Verbünden in NRW den Weg von vereinfachten verbundübergreifenden Tarifentwicklungen fort. Basierend auf dem EinfachWeiterTicket wollen wir breitere, kundenfreundliche Lösungen unabhängig von virtuellen Tarifgrenzen finden und einfache Tarife für die Kunden schaffen“.

Tarif der nächsten Generation: eTarif in den Startlöchern

Die einfache Nutzung des Nahverkehrs, ohne Tarifkenntnisse und passendes Bargeld für ein Ticket, dies ist ein wesentlicher Aspekt im Rahmen der Tarifstrategie des VRR. Im Rahmen der digitalen Transformation möchte der VRR mit einem eTarif neue Fahrgäste für den Öffentlichen Personennahverkehr gewinnen und bestehenden Kunden Anreize bieten, Bus und Bahn noch intensiver zu nutzen. Daher wird der VRR gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen im Jahr 2017 einen mehrstufigen Innovationstest für einen möglichen eTarif durchführen. Dabei werden Erkenntnisse sowohl über technische Funktionalitäten und eine gebrauchstauglich App erwartet wie auch die Akzeptanz eines kilometerabhängigen Preisangebotes geprüft. Nach Abschluss einzelner Phasen werden die Ergebnisse ausgewertet und gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen entscheidet der VRR auf dieser Basis über das weitere Vorgehen. Verläuft der Innovationstest erfolgreich, soll der eTarif parallel zum klassischen Tarif in das Regelangebot übernommen werden und perspektivisch um Tarifkomponenten für die multimodale Nutzung von Verkehrsmitteln ergänzt werden.

Rückblick/Ausblick Digitalisierung

Die digitale Transformation schreitet voran und auch im VRR haben die Entwicklungen massiven Einfluss insbesondere auf die Kundeninformationssysteme. So können die Nahverkehrstickets komfortabel und direkt aus der Fahrplanauskunft gekauft werden. Der TicketShop ist die Basis für den künftigen mobilen Ticketkauf aus der VRR-Verbund-App. Auch der VRR-Fahrtenplaner ist 2016 weiter verbessert worden. Als webbasierte Anwendung sorgt er für eine komfortable Verbindungssuche zu Veranstaltungen, wie zum Beispiel bei der jährlichen ExtraSchicht, und zeigt weiterführende Infos und Links zu den Veranstaltungsorten an. Einen weiteren wesentlichen Aspekt stellt die Datenqualität dar. Hier hat es 2016 durch die Optimierung beim Verkehrsmanagement-system Qualitätssteigerungen beim Datenaustausch und der Synchronisation von Fahrplandaten gegeben. Auch für 2017 wird weiter an der Verbesserung der Datenqualität gearbeitet. Die Datenbasis OpenStreetMap zeigt nicht nur alle Bahnhöfe und Haltestellen an, sie berücksichtigt neben Straßen auch Rad-, Fuß- und Wanderwege. Beste Voraussetzungen für eine leistungsstarke, intermodale Strecken- und Wegeberechnung, die unterschiedliche Verkehrsmittel miteinander kombiniert.

Für VRR und Verkehrsunternehmen spielt der digitale Zugang zum Nahverkehrssystem bereits seit vielen Jahren eine ganz entscheidende Rolle. Im ÖPNV sind Smartphones oder Tablets eine der wichtigsten Kontakt- und Schnittstellen zum Kunden. Die Nutzer wünschen sich zunehmend einen einfachen, zentralen Zugang, zum Beispiel über eine App, zu den digitalen Angeboten und Services. Die hohe Akzeptanz dieser Systeme zeigen die aktuellen Downloadzahlen der Apps. So wurde die VRR-App im vergangenen Jahr rund 2,6 Millionen mal aus den App-Stores geladen, zusätzlich zu den rund 820.000 mal der Versionen der Verkehrsunternehmen. Die aktive Nutzung, also die Anzahl der Kunden, die in den letzten drei Monaten die App auf ihren Smartphones genutzt haben, liegt allein bei der VRR-App bei über 800.000 Kunden – Tendenz steigend. Mit dem Start der neuen Verbund-App wird eine grundlegend überarbeitete Oberfläche mit optimierter Benutzerführung und Navigation weitere neue Maßstäbe setzen. Die Verbund-App wird von insgesamt 20 beteiligten Verkehrsunternehmen mit eigenem Logo und Unternehmensdesign noch im Frühjahr dieses Jahres in die App-Stores kommen.

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