Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

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Gelsenkirchen, 21.03.2018

10 Jahre Infrastrukturförderung beim VRR

Information aus den VRR-Gremien

Bereits seit einem Jahrzehnt fördert der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Bauvorhaben von Kreisen, Städten und Gemeinden, öffentlichen und privaten Verkehrsunternehmen oder Eisenbahnverkehrsunternehmen, um die Verkehrsverhältnisse in der Region im Sinne der Fahrgäste zu verbessern. Seit 1. Januar 2008 fungiert der Verbund einerseits als Zuwendungsgeber für ÖPNV-Investitionsvorhaben in die Nahverkehrsinfrastruktur nach § 12 des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen (ÖPNV-Gesetz NRW), andererseits ist er Bewilligungsbehörde im Auftrag des Landes NRW für den sogenannten Kooperationsraum A (VRR-Gebiet) für Investitionsmaßnahmen nach § 13 ÖPNV-Gesetz NRW, die im besonderen Landesinteresse stehen.

Über 900 Investitionsvorhaben zur Verbesserung der Nahverkehrsinfrastruktur konnten seit Anfang 2008 eingeplant werden. „Wichtige Schwerpunkte der § 12-Projekte sind der barrierefreie Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur und die dynamische Fahrgastinformation. Im vom VRR verantworteten Förderkatalog nach § 12 ÖPNVG NRW wurden Maßnahmen mit einem Zuwendungsvolumen von rund 684 Mio. Euro berücksichtigt – eine Bilanz, die sich sehen lassen kann“, sagt Martin Husmann, Vorstandssprecher der VRR AöR.

Ein zentraler Schwerpunkt der Förderung von Maßnahmen im besonderen Landesinteresse nach § 13 ÖPNVG NRW sind Investitionsvorhaben an den Großbahnhöfen der Deutschen Bahn AG in Essen, Dortmund und Duisburg.

„Zu den wichtigsten aktuellen Großprojekten gehört der Ausbau von 24 Stationen an den sogenannten RRX-Außenästen im VRR-Gebiet. Zudem möchten wir mit der Weiterführung der im Jahr 2004 gestarteten Programme zur Bahnhofsmodernisierung die SPNV-Stationen im Verbundraum barrierefrei ausbauen und die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste verbessern“, so Husmann weiter.

In Kooperation mit Bund und Land sowie den anderen NRW-Verkehrsverbünden werden kleinere und mittelgroße Bahnhöfe in NRW verkehrlich attraktiver gestaltet. Die drei Modernisierungsprogramme zusammen beinhalten insgesamt 103 Fördervorhaben an 95 Stationen.

Zuletzt bewilligte der VRR mit der Verlängerung der Regiobahn und der Elektrifizierung der gesamten kommunalen Streckenabschnitte im Dezember 2017 ein weiteres Großprojekt im besonderen Landesinteresse.

Darüber hinaus bezuschusst der VRR eine Reihe weiterer Vorhaben, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) attraktiver zu gestalten. Hierzu gehören beispielsweise die Elektrifizierung der Strecke Wesel – Bocholt, die Reaktivierungen der Hertener Bahn und der Niederrheinbahn für den SPNV.

Weitergehende Informationen zu diesem Thema können Interessierte online im Bürgerinformationssystem unter Punkt 1 des Sachstandsberichts einsehen. https://zvis.vrr.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=2868

Region Nord:

Wichtige Infrastrukturmaßnahmen aus Fördermitteln sind die Neubauten von modernen Zentralen Omnibusbahnhöfen in Bottrop, Herten, Gelsenkirchen-Buer und Gelsenkirchen. Weiter wurde mit dem Ausbau der Horster Straße die Straßenbahnlinie 301 in sechs Abschnitten beschleunigt. Weitere wichtige Projekte sind der Bau von Park&Ride-Anlagen an den SPNV-Halten in Castrop-Rauxel, Haltern am See, Marl und Dorsten.

Region Ost

Das größte Fördervorhaben der letzten Jahre im östlichen Ruhrgebiet ist die Erweiterung der Straßenbahnlinie 302/310 in Bochum-Langendreer und Witten. Im Zuge des Bauprojektes der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA) wird die Linie bis ins Zentrum von Bochum-Langendreer erweitert, um den Stadtteil an das kommunale Schienennetz der BOGESTRA anzuschließen und so den Verkehrsbedürfnissen der Fahrgäste besser gerecht zu werden. Außerdem wird die Trassenführung verändert. Als Fördergeber ist neben der VRR AöR für den Anteil des öffentlichen Verkehrs nach §12 ÖPNVG NRW auch die Bezirksregierung Arnsberg für den Individualverkehr beteiligt.

Mit der Maßnahme wird die Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen den Städten Bochum und Witten optimiert – und zwar insbesondere in Bochumer Langendreer. Die geänderte Trassenführung sieht vor, den Stadtteil vom Knoten Wittener Straße / Universitätsstraße / Ümminger Straße / Unterstraße über die Unterstraße und den Langendreer Markt zum Langendreer S-Bahnhof sowie vom Langendreer S-Bahnhof über den Langendreer Markt und die Hauptstraße bis in die Stadt Witten an der DB-Brücke Crengeldanzstraße zu führen.

Mit diesem neuen Verlauf übernimmt die Straßenbahn zukünftig die Hauptlast des ÖPNV zwischen Bochum und dem Stadtteil Langendreer sowie zwischen Langendreer und Witten. Durch die Anbindung der Straßenbahn an die S-Bahnlinie S1 am S-Bahnhof Bochum-Langendreer werden der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und der straßengebundene ÖPNV deutlich besser verknüpft. „Als Verbund ist es unser Ziel, die unterschiedlichen Verkehrsträger immer besser zu verknüpfen und entsprechende Ausbauvorhaben zu fördern“, erklärt Martin Husmann. „Die Erweiterung der Linie 302/310 leistet hier einen ganz wesentlichen Beitrag.“

Der VRR bewilligte das Vorhaben Ende 2012. Mittlerweile ist der erste Bauabschnitt von der Universitätsstraße bis zum S-Bahnhof in Bochum-Langendreer fertiggestellt. Von hier aus fährt die Linie 302 im 20-Minuten-Takt über Bochum Hbf. – Wattenscheid – Gelsenkirchen Hbf. bis nach Gelsenkirchen-Buer.

Voraussichtlich im Jahr 2019 soll die Trasse von Bochum-Langendreer über die Hauptstraße bis nach Witten-Crengeldanz fertiggestellt werden. Dann kann die Linie 310 mit neuer Streckenführung in Betrieb genommen werden.

In Bochum wurden darüber hinaus u.a. der neue Haltepunkt Gesundheitscampus und der Zentrale Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof vom VRR gefördert.

Zu wichtigen Maßnahmen in Dortmund zählen neben dem nun kreuzungsfreien Linienweg der Stadtbahn mit der Bundesstraße 1 zur Marsbruchstraße und der kürzlich bewilligte zweigleisige Ausbau der Stadtbahn zwischen Brackel und Asseln.

Region Süd:

Neben dem behindertengerechten Ausbau einer Vielzahl von Straßen- und Stadtbahnhaltestellen in Duisburg, Düsseldorf, Essen und Mülheim a.d.R. wurden auch mehre zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB) in Velbert, Ratingen, Essen und Wuppertal gefördert.

Der ZOB Wuppertal-Döppersberg ist Bestandteil eines gemeinschaftlichen Förderprojekts des ÖPNV, des kommunalen Straßenbaus und des Städtebaus zur Neugestaltung des Döppersberg. Der VRR fördert dabei die Modernisierung der Verkehrsstation des Wuppertaler Hauptbahnhofs, die direkt an den Döppersberg angrenzt. Im Wesentlichen wird dort der Zentrale Omnibusbahnhof neugestaltet. Der alte Busbahnhof war an seine Leistungsgrenzen gestoßen. Deshalb wurde der neue ZOB in die Nähe des Hauptbahnhofes verlegt.

Voraussichtlich im Sommer 2018 wird der Rohbau fertiggestellt, sodass die Wuppertaler Stadtwerke den Busbahnhof im Anschluss ausstatten können.

Parallel fördert der VRR die Neugestaltung des SPNV-Bereichs am Wuppertaler Hauptbahnhof. Geplant ist der Neubau des Hausbahnsteiges und des S-Bahnsteiges. Der Hausbahnsteig und der Mittelbahnsteig 2 erhalten barrierefreie Zugänge mit je einem Aufzug. Zudem wird das Dach des Hausbahnsteiges erneuert. Modernisiert werden auch die Beleuchtungsanlagen, die Fahrgastinformationssysteme und die Bahnsteigausstattung.

Region West:

Neben einer Vielzahl von behindertengerechten Umbauten von Bushaltestellen in den Kreisen Kleve, Wesel, Viersen und im Rhein-Kreis Neuss wurden auch mehrere zentrale Omnibusbahnhöfe (ZOB) in Mönchengladbach, Viersen, Kleve, Goch und Krefeld gefördert.

In Krefeld wurde durch den Umbau der Umsteige- und Endhaltestelle (U70/U76) Rheinstraße sowie der Gleisanlagen, im Zuge der Neugestaltung des Ostwalls die Verknüpfung zwischen Bus und Straßenbahn verbessert.

Von der Einmündung Alte Linner Straße bis zum Kreuzungsbereich mit der St.-Anton-Straße werden die Gleise an den bereits umgebauten südlichen Teil angeschlossen. Dabei wird die Gleiseführung so verlegt, dass ein 3-Schienen-System entsteht. So ist es möglich, dass Fahrzeuge der SWK mobil GmbH auf Meterspur als auch die Rheinbahn AG auf Normalspur diesen Bereich befahren. Durch die Zusammenlegung der verschiedenen Spurbreiten entsteht ein neuer Mittelbahnsteig mit Treppenabgang, der von den Niederflurfahrzeugen beider Verkehrsunternehmen angefahren werden kann.

Die Haltestellen in dem Bereich werden barrierefrei umgebaut und erhalten Leitsysteme. Darüber hinaus wird sowohl die Aufenthaltsqualität verbessert als auch Wetterschutzeinrichtungen nachgerüstet. An einem Teilstück werden die Gleistrassen durch Borde von der Straße getrennt, um die Verkehrssicherheit zu verbessern.

Durch die geplante Umbaumaßnahme wird die Verkehrsführung in den signalisierten Knotenpunkten Rheinstraße und St.-Anton-Straße wesentlich verändert. Die hier bestehenden Signalanlagen für den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr werden neu geplant und baulich erweitert.

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